Lebenslauf Dora Tarn


Geboren 1972 im ehemaligen Ostblock wuchs Dora als Zweitgeborene in einer vierköpfigen Familie auf. Schon früh erkannte sie ihre Liebe zur Literatur. Ein Dutzend Bilderbücher bereiteten den Beginn einer wundersamen lyrischen Entwicklung. Wie Dora Tarn sich gerne nostalgisch zurückerinnert, wurden ihr die Erbstücke in 3ter Generation vom Vater jeden Abend mit einem Kübel ins Gitterbettchen geleert. Dabei musste sich die Familie Tarn den Kübel extra vom lokal ansässigen Fleischhauer ausborgen, der sonst in dieser Wanne Blutwurst zu kochen pflegte.

Schon bald nach den ersten Berührungen mit literarischen Meisterwerken wie „Der Struwwelpeter“ lernte die damals 11-jährige Dora die Kunstfertigkeit und den Wert des geschriebenen Wortes schätzen und verfasste zwei Jahre später als heranwachsender Teenager schon die ersten regierungskritischen Referate, welche nicht nur bei der Schülerschaft äußerstes Interesse hervorriefen, sondern auch bei der Staatssicherheit.

Es folgten einige triste Teenagerjahre, welche Dora in diversen Staatsinternaten verbringen musste. Der Aufenthalt in den Umerziehungsanstalten des sowjetischen Sektors führten zu diversen seelischen Schäden…beim Aufsichtspersonal. Viele der damals parteitreuen und pflichtbewussten Aufseher verließen resigniert und depressiv den Staatsdienst.

Die noch glücklicheren unter ihnen gingen direkt ins ‚Burnout’. Der Rest hatte weniger Glück und wurde nach Recherchen der Redaktion zu in Fässern lebenden Einsiedler in nahegelegenen Wäldern.
Den wideren Umständen zum Trotz schaffte Dora ihren ersten Abschluss mit Bravur. Nach der Mittleren Reife, einer abgebrochenen Ausbildung bei der „Jungen Welt“ sowie diversen Versuchen, bei der Bürgerrechtsbewegung unterzukommen, fing sie an, sich für die Natur, dem sozialen Miteinander sowie ihre Mitmenschen im Besonderen zu interessieren. Mit ihren hilfsbereiten Charakterzügen schafften es immer wieder Menschen, die ihren Weg kreuzten, mit Herz, Ehrlichkeit und gutem Rat ihre Probleme zu überwinden. Zwar wurden viele davon später Alkoholiker, die ursprünglichen Probleme jedenfalls waren gelöst.

Als die DDR schließlich im Jahre 1990 zusammen bricht entschließt sich Dora, das Ex-Staatsgebiet zu verlassen um ihre neue Heimat in Österreich zu suchen. Bei den kurzfristig einberufenen, äußerst freudigen Abschiedsfeierlichkeiten, an denen die gesamte örtliche Prominenz des Landkreises Dahme-Spreewald aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nebst vielen, vielen Menschen ihres Heimatdorfes sowie der Nachbargemeinden teilnahmen, flossen viele Freudentränen: „Sie geht weg, wir bleiben?“, „Nicht jeder Abschied heißt, es gibt ein Wiedersehen“ oder auch „Liebe Dora, schön war’s, ab jetzt wird’s schöner!“ standen auf den diversen Transparenten, die am Bahnhof fröhlich geschwenkt wurden.

In der neuen Heimat angekommen entscheidet Dora, dass ihr Wissen um die Liebe, Beziehungen, Wahrheiten, der Empathie und über Heilkräuter zu wertvoll wäre, als es in einer 2000-Seelen-Gemeinde im südlichen Niederösterreich verwelken zu lassen.

Sie setzt sich kettenrauchend an die Schreibmaschine: Der Beginn Ihres ersten Meisterwerkes „Bis sich eine Bessere findet“, welches zu gut 80% aus selbst Erlebtem oder Fremderlebtem besteht.
Dora Tarn. Eine lebenserfahrene, bodenständige Künstlerin, die mit Witz und Charme die tiefen der menschlichen Seelen erfassen und zu Papier bringen kann. Eine Ausnahmekünstlerin wie sie die Welt gebraucht hat!